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Café Konkurs
Aus Krefeld Wiki
Konkurs-Geschichte
Tatsächlich weiß ich nicht so recht, ob datt so richtich is', wenn man in aller Öffentlichkeit datt Loblied für 'ne Kneipe jodelt. Wo doch in Krefeld so juut wie an jeder Eck 'ne Kneipe war (zumindest in der juten alten Zeit – mein ich mich jedenfalls zu erinnern). Und all die ungenannten Kneipen, wo sich ein Krefelder mehr oder weniger gut sozialisieren durfte, aufzuzählen, würde auch im Netz der Netze jede Menge Speicherplatz absaufen lassen. Die Wirtschaften, die man aus Vergess ausläßt, wären durchaus zurecht gekränkt. Aber ich zumindest will wenigstens einige Alkoholausschankstätten mit ihren Wirten aus meiner eigenen Entwicklungsgeschichte nicht unerwähnt lassen (nicht zuletzt, weil es eine überschaubare Menge ergibt). Angefangen hatts auf der Hülser Straße, beim Raddatz-Karl, einem Boxer und Berliner. Die Kneipe hieß seltsamerweiße „Zum lieben Willi“ und war, wenn man nach Hüls rausfuhr, auf der rechten Seite zwischen Pauluskirche und Weyerhofstraße. Kickern, Knobeln und Skat hat man mir dort beigebracht. Den Jazzkeller zu Heinrichs Zeiten werd ich nur erwähnen. Irgendwo im Netz wird wohl die Geschichte stehen, wo da eines schönen Abends 'n ausgewachsenes Kamel an der Theke stand. Die Andreas-Klause auf der Rheinstraße war in meinen jungen Jahren auch noch wichtig, sie war die Abpumpquelle, wenn für den „Pferdestall“ auf der Rhenania-Allee das Geld knapp wurde. In Linn war noch „be de Bur“, mit Else und Willi Winkmann als Wirte, wichtig. Und dann wären wir auch schon beim „Café Konkurs“. Und das wird schon eine erzählenswerte Geschichte – glaub ich zumindest.
Da begab sich doch einstmals in der guten alten Zeit, na gut, das war grad mal 1984, daß ein Jeck durch einen Stadtteil der Seidenstadt Krefeld zog und im Schatten einer wahrhaft historischen Burg den Niedergang einer altehrwürdigen Schankwirtschaft mit ansehen mußte. Da besagter Jeck nun ein unternehmenslustiger Mensch war und der zudem etwas gegen ein Ausbluten der Infrastruktur im historischen Stadtkern Linn tun wollte, überkam dem die jecke Idee, kurzentschlossen unter Mitwirkung und Zureden von Freunden und Bekannten die Schankwirtschaft zu übernehmen und gab ihr, weil die Nachbarn und Mitbürger dem Unternehmen zu damaligen Zeiten kein langes Leben beschieden, den Namen „Café Konkurs“.
Das „Café Konkurs“ betrieben bis heute wenigstens drei Wirte. Den Anfang machte der Hubert Jeck unter Mitwirkung vom Ackermann, das ist der Keusgens-Ralf. Das ging nicht allzulange gut und der Hubert bürdete sich die Verantwortung für das „Café Konkurs“ auf die eigene Schulter. Ich erinnere mich an Spielenächte, die bis ins Morgengrauen durchgestanden wurden. In Huberts Zeiten fielen die legendären „Treffen mit einem interessanten Menschen“, von Mauga Houba und Bärbel Busch initiiert und moderiert. Nach einigen Jahren war unser Jeck dann der Meinung, daß Wirt zu spielen doch nicht die richtige Lebensaufgabe für ihn wäre und er gab die Verantwortung an den Peter Tenten ab. Zu Peter Tentens Zeiten gedeihte das „Café Konkurs“ zu vorher nie gekannter Blüte. Die halbe Rockmusikszene Krefelds (behaupte ich mal) gab sich zu Peter Tentens Zeiten die Türklinke in die Hand. Das eine und andere grandiose Livekonzert durfte hier stattfinden. Berühmtester Gast im Hause auf dem improvisierten Bühnchen war Townes van Zandt, der leider bald danach verstarb. Nun, der Peter Tenten war es auch irgendwann mal leid, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen und zog es vor, in den grünen Auen Dänemarks ein geruhsameres Leben zu verbringen. Er gab die Regie des „Café Konkurs“ an den Uwe Gosselk ab. Irgendwann dann sah sich der Hubert Jeck gezwungen, das „Café Konkurs“ wieder in eigener Verantwortung weiterzumachen. Das waren die Wirte. Aber wer zählt die Mädchen, nennt die Namen, die alle hier in den Jahren ihr Herzblut für das Wohlergehen der „Café-Konkurs“-Gäste gelassen haben? Am Anfang war die Jutta Ferlings Herrscherin über Theke und Tabletts. Ich erinnere mich an die Bärbel Busch, Gisela Tenten, an Susanne, Steffi, Bettina, Miriam, Andrea, Dagmar, Michaela, Jeffke und viele, viele andere mehr, deren Namen mir aus dem alkoholvernebelten Gedächtnis entschwunden sind. Alle hübsch anzuschaun, während unsereins die Dartpfeile auf die Scheibe zu lancieren versuchte oder mit einer weißen Kugel irgendwelche bunten Kugeln in die Taschen zu treiben, Karten auf den Tisch zu kloppen, Würfel in einem Becher zu schütteln oder die Anzahl der Zündhölzer zu erraten suchte, welche in irgendwelchen Fäusten versteckt waren. Nun denn: hoffentlich bleiben dem „Café Konkurs“ auch weiterhin die lieben Mädels als Bedienung und in aller Freundschaft zugetan.
Siehe auch
Weblinks
| Straße: | Issumer Straße 8 |
|---|---|
| Zusatzinformation: | |
| Land, PLZ, Ort: | D–47809 Krefeld |
| Geokoordinaten: |
| Ort | Krefeld + |
| Straße | Issumer Straße + |
| Hausnummer | 8 + |
| Hausnummer Issumer Straße | 8 + |
| Landeskennzeichen | D + |
| Postleitzahl | 47809 + |

